Heute möchte ich etwas ansprechen, das für viele in unserer Branche gerade existenziell ist: Wir erleben nicht nur einzelne Herausforderungen, sondern eine strukturelle Krise. Wer heute im Feld von Coaching, Heilung, Therapie oder Spiritualität arbeitet, spürt die Folgen nicht nur emotional, sondern auch wirtschaftlich. Die aktuellen Debatten um Honorarkürzungen in der Psychotherapie, die anhaltende Inflation und die allgemeine Wirtschaftskrise zeigen sehr deutlich, dass unser gesamtes Begleitungs- und Versorgungssystem unter Druck geraten ist.
Die strukturelle Krise ist längst in unseren Praxen, Räumen und Online-Angeboten angekommen
Die Diskussion um die Honorarkürzungen Psychotherapie ist dabei nur die sichtbarste Spitze des Eisbergs. Laut aktuellen Veröffentlichungen wurde die Vergütung psychotherapeutischer Leistungen zum 1. April 2026 um 4,5 Prozent abgesenkt, während die reale Entlastung durch höhere Strukturzuschläge nur einen kleinen Teil der Praxen tatsächlich erreicht. Gleichzeitig liegen die Verbraucherpreise in Deutschland weiterhin auf einem hohen Niveau; die Inflationsrate lag im Frühjahr 2026 erneut bei 2,7 Prozent, unter anderem getrieben durch gestiegene Energiekosten. Und auch wenn offiziell von einer leichten wirtschaftlichen Erholung gesprochen wird, bleibt die Lage für viele Selbstständige fragil. Für Menschen in helfenden Berufen bedeutet das: sinkende Planbarkeit, steigender Druck und ein Alltag, in dem immer mehr Verantwortung auf immer weniger Stabilität trifft.
Und genau hier wird es für Coaches, Heiler, Körperarbeiter und therapeutisch begleitende Fachpersonen besonders relevant. Denn viele von uns arbeiten an der Stelle, an der Menschen aufgefangen werden, bevor sie im System vollständig zusammenbrechen oder parallel zu einer Therapie zusätzliche Stabilisierung brauchen. Unsere Arbeit ist nicht dekorativ. Sie ist gesellschaftlich wirksam. Sie wirkt präventiv, regulierend, orientierend und häufig dort, wo klassische Systeme längst überlastet sind. Doch gerade diese Arbeit wird in Zeiten von Inflation und Wirtschaftskrise oft zuerst infrage gestellt, obwohl der Bedarf real steigt. Das ist der Widerspruch, in dem sich gerade viele befinden: Die Klienten brauchen mehr Halt denn je, während Anbieter gleichzeitig mit finanzieller Unsicherheit, Erschöpfung und wachsendem Anpassungsdruck konfrontiert sind.
Was jetzt gebraucht wird: Systemverständnis statt bloßer Selbstoptimierung
Aus meiner Sicht brauchen wir deshalb nicht noch mehr Angebote, die so tun, als ließe sich diese Phase allein mit besserem Marketing, mehr Reichweite oder noch einer Methode lösen. Was wir brauchen, ist ein tiefes Verständnis für die Zusammenhänge, in denen wir gerade arbeiten. Wir müssen begreifen, wie strukturelle Erschöpfung auf unser Nervensystem, unsere Arbeit, unsere Positionierung und auch auf unsere Klienten wirkt. Denn die Menschen, die heute zu uns kommen, bringen andere Belastungen mit als noch vor der Pandemie: mehr Verunsicherung, mehr Komplexität, mehr Trauma-Folgen und häufig auch mehr Erfahrungen mit narzisstischem Missbrauch. Genau deshalb können wir nicht einfach so weiterarbeiten wie vor drei Jahren.
Genau aus diesem Grund wird es im Herbst eine hochwertige Weiterbildungsmöglichkeit geben, die Lösungsmöglichkeiten für die strukturelle Erschöpfung in deiner Tätigkeit bietet und zugleich auf die Folgen von narzisstischem Missbrauch eingeht. Denn ich bin überzeugt: Genau mit diesen Themen kommen viele Menschen heute in Praxen, Räume und Begleitungssettings. Und ich möchte diese Weiterbildung nicht anbieten, damit du zum Narzissmus-Experten wirst, sondern damit du verstehst, warum du mit Menschen, die diesen Hintergrund haben, in deiner Arbeit nicht mehr auf dieselbe Weise weitermachen kannst wie bisher.
Wenn du damit in Resonanz gehst, trag dich bitte hier ein.